Schnee und Eis auf Scheiben sowie Schneefall führen oft zu eingeschränkter Sicht
Ähm…wenn Autofahrer also kein Bock haben ihre Scheiben richtig zu kratzen und zu räumen, dann sollen die Fahrradfahrer zu Hause bleiben, oder was? Big brain moment. Wie wäre es, wenn dann die Polizei mal die Leute aus dem Verkehr zieht, die nicht vor Abfahrt die Verkehrstüchtigkeit ihres Fahrzeugs überprüfen, wie es eigentlich vorgeschrieben ist?
Eines der individuell benutzten Verkehrsmittel hätte weit weniger Probleme, wenn der Winterdienst auf allen Wegen auch nur annährend gleichwertig wäre, und darf nebenbei auch ganz legal mit Spikes unterwegs sein.
Aber da das andere ein deutsches Nationalheiligtum ist, darf man das Problem leider nicht lösen.
Dass man Fußgänger- und Fahrradinfrastruktur einfach gut räumen und streuen könnte, um die Unfallgefahr und die Unfallzahlen runter zu bekommen, ist quasi keine Option?
Realistisch gesehen bei den entsprechenden Wetterlagen nein. Da knallt es ja auch auf der angeblich so gut geräumten Autoinfrastruktur massenhaft. Einen ordentlichen Eisregen kriegst du nicht zeitnah bewältigt
Es ist ja nichtmal nur das Zeitnah. Beispiel aus Hamburg, in meinem Stadtteil: Es hat am Montag geschneit, ein paar Fahrradwege wurden geräumt, ein paar Leute haben vor ihren Häusern geräumt, es liegt aber oft noch jede Menge Schnee auf den Wegen. Temperaturen waren die Woche über bei ±1°, der Schnee ist also die ganze Zeit etwas geschmolzen und dann wieder gefroren und ist überall wo nicht geräumt wurde zu einer immer dicker werdenden Eisschicht geworden. Die Stadt hatte fast eine ganze Woche Zeit überall anständig zu räumen, jetzt hat es wieder geschneit und wir haben Schnee auf dem Eis, man sieht also nichtmal mehr wo es extrem glatt sein könnte.
Da knallt es ja auch auf der angeblich so gut geräumten Autoinfrastruktur massenhaft.
Wenn das das Argument ist, wir auch gleichzeitig empfohlen, das Auto stehen zu lassen, oder? Oh, dachte ich mir…
Vielleicht sollte der Herr Doktor sich darauf beschränken, über Dinge zu reden, von denen er Ahnung hat. Wenn Radfahrer im Winter stärker gefährdet sind, dann bedeutet das, dass man die Radwege besser räumen und die Radinfrastruktur besser ausbauen sollte. Funktioniert sogar in Oulu am Polarkreis. Aber in Deutschland ist natürlich das Klima zu hart, um im Winter Rad zu fahren.
Du hast hast eben noch nicht verstanden, dass Deutschland in einer anderen Realität existiert. Schließlich ist es hier auch zu kalt für Wärmepumpen und Bahnverkehr funktioniert nur, wenn es nicht gerade Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist. Da kann man leider nichts dran ändern.
Vergiss nicht, dass ganz Norwegen E-Autos fährt, aber das ist im strengen deutschen Winter keine Option, da muss der Diesel ran!
NichtNurFahrräder Repräsentation…
Hier der Link zum Video, falls es jemanden interessiert.
Ärzte warnen davor, Autos im Winter wegen erhöhtem Unfallrisiko zu benutzen. Vor allem Fahrzeuge mit Sommerreifen seien davon betroffen.
Ich fahre im Winter mit Spikes und habe mit Glatteis und Schnee kein Problem. Hauptsächlich mit besch. Infrastruktur. Du bekommst einen geräumten Radweg serviert und an jeder Kreuzung mit einer Straße ist er mit dem Räumgut der Straße blockiert. Am Tag des Schneefalls auch noch ok, aber am zweiten oder dritten Tag, wenn es schon mal getaut und wieder drübergefroren hat, ist es vorbei. Dann wird auf der „normalen“ Fahrbahn gefahren. Das sehen die Autofahrer nicht gerne und überholen entsprechend beschissen. “Ist doch ein Fahrradweg da, also benutze ihn”
Ich habe den Link gerade nicht, ich glaube, der kam von der taz. Da ging es darum, dass Schneeräumen sexistisch sei, wenn zuerst die Fahrbahn geräumt und der Rest vernachlässigt wird. Die am höchsten gefährdeten Verkehrsteilnehmer im Winter seien Fußgänger auf unzureichend geräumten und gesträuten Fußwegen. Darum sollte man erst die Fuß- und Radwege räumen und dann die normale Fahrbahn.
Das war nicht der Artikel, den ich gesucht habe, aber da stehen die Fakten:
Wo Autos bei wenigen Zentimetern Schnee einfach runterschalten, brechen sich Fußgänger/innen eher die Hüfte. Ihr Verletzungsrisiko liegt hundertfach über dem der Autofahrenden. Das betrifft vor allem diejenigen, die besonders häufig zu Fuß unterwegs sind: Frauen, Ältere und Kinder.
Die Auswirkungen sind auch für den Rest des Landes spürbar. Sturzverletzungen sind mit zehn- bis dreißigtausend Betroffenen im Jahr die häufigsten im gesamten schwedischen Straßenverkehr. Ein Viertel der im Krankenhaus gemeldeten Unfälle verursacht langfristige körperliche Behinderungen und drei Viertel werden durch schlecht gewartete Gehwege verursacht.
Die Kosten dieser Schlitterpartien belaufen sich schätzungsweise auf eine halbe Milliarde Euro. Dazu kommen ausgefallene Arbeitszeiten, fehlende Krankenhausbetten und der Pflegeaufwand für die Familie.
In Schweden beispielsweise gehen 80 Prozent der Sturzverletzungen aufs Konto von nur 5 Prozent der Wege, etwa aufgrund von Unebenheiten oder wuseligen Fußgängerüberwegen.
Karlskoga drehte also die Reihenfolge um und räumte Rad- und Fußwege zuerst. Damit reduzierte die schwedische Stadt nicht nur Unfälle, sondern auch Folgekosten. Und musste nicht mal extra Geld ausgeben, sondern nur die Prioritäten ändern.
Aber was ist mit Kommunen, die Bürgersteige bis jetzt gar nicht räumen? Die also erst mal Geld ausgeben müssten für gehwegfreundliches Gerät und kilometerlange neue Räumungsstrecken? Auch hier gilt: Weil Krankenhauskosten sehr viel leichter explodieren als die von Schneeräumung, lohnen sich gesamtgesellschaftlich mit ziemlicher Sicherheit die Ausgaben.
Rechnet man beide gegeneinander auf, sind theoretisch selbst 6 Millionen gut investiert, wenn sie 78 schwere oder 1.000 leichte Unfälle verhindern. Auch bauliche Veränderungen sind vielversprechend.
Fertigkeits-Problem
Hallo, John Forrester
Hier sind die Fahrradwege besser geräumt als die Fußwege und, anekdotisch klar, ich habe mich bisher öfter auf dem Fußweg fast langgelegt als auf dem Fahrrad (trotzdem klar, höhere Geschwindigkeit - stärkere Verletzungen).
Ich hab’s euch doch gesagt. Ich ha 's euch doch gesagt. Ich will nicht sagen, ich hab’s euch doch gesagt, aber ich hab’s euch doch gesagt.
Ich hatte vor nem halben Jahr mal ne ausführliche Diskussion mit ein paar Leuten die meinten (1) das Fahrrad sei ein gutes Verkehrsmittel und (2) wenn wir nur die Fahrradinfrastruktur ausbauen, dann können wir z.b. weniger andere Verkehrsmittel wie z.b. Autos haben.
(1) sehe ich ein wegen gesundheitlicher Vorteile der Bewegung.
Aber aus (1) folgt nicht (2). Das Fahrrad ist nämlich nur 80% des Jahres einsetzbar aber Leute wollen 100% des Jahres mobil sein. Die Folge ist, dass du effektiv exakt den gleichen Ausbau an konventionellen Transportmitteln brauchst, um Leute auch dann zu befördern, wenn es draußen Stürmt und Hagelt. Das passiert nämlich an wenigen, aber doch an ein paar Tagen im Jahr.
Nachdem du jetzt ein konventionelles Transportnetz sowieso brauchst, gleich groß egal ob mit/ohne Fahrradstreifen, braucht die Fahrradinfrastruktur einfach nur zusätzlichen Platz. Du sparst dir dadurch nicht Platz weil du Autostreifen reduzieren kannst, sondern die Fahrradstreifen kommen einfach zusätzlich dazu.
Eine echte Autoverringerung in der Stadt ist nur durch den Öffi-Ausbau und die Verlagerung von Autostraßen nach außen zu erwirken, zusammen mit finanziellen Anreizen.
Wenn das Wetter so schlimm ist, dass ich nicht mehr Fahrrad fahren kann, setze ich mich auch nicht mehr ins Auto. Das Auto wäre zwar wärmer, allright, aber das ist dann eine Sicherheitsfrage, keine Bequemlichkeitsfrage mehr.
@gandalf_der_12te @JensSpahnpasta
Das ist glaube ich zu einfach gedacht. Ich bin mir sicher, Menschen werden einige persönliche KFZ abschaffen, wenn sie 80-90% der Zeit Rad fahren können. Wie stark es stürmen muss damit Menschen nicht mehr aufs Rad steigen ist auch unterschiedlich. Ich denke konventionelle Infrastruktur kann natürlich nicht ganz ersetzt, aber in jeden Fall reduziert werden. Engere Fahrbahnen und niedrigere Geschwindigkeiten etwa.








