Was für ein Fiebertraum. Er beschreibt das Leid der Kinder im Krieg und kommt daraus zu dem Schluss, dass wir bereit sein müssen, unsere eigenen Kinder in den Krieg zu schicken.
Ich will diese Logik nicht akzeptieren. Menschen sollten nicht für einen Staat sterben müssen. Kein Staat ist es wert, dass dafür Menschenleben geopfert werden. Menschen sind keine Ressource, die der Staat im Kriegsfall einfordern darf.
Kein Staat ist es wert, dass dafür Menschenleben geopfert werden.
Der Staat ist doch im Grunde nur ein abstraktes Gebilde das die Summe der darin lebenden Menschen / Kultur etc. zusammenfasst.
So lange es einen Aggressor gibt der bereit ist gewaltsam gegen ein anderes Land / Kultur / Menschengruppe vorzugehen, so lange wird ein Land / eine Kultur / eine Menschengruppe die Fähigkeit brauchen sich gegen diesen Aggressor zu wehren, und die Chance sich erfolgreich zu wehren steigt mit dem Organisationsgrat und Größe der eigenen Truppe - spontan gebildete Guerillagruppen können einem Invasor vielleicht das Leben zur Hölle machen, eine Invasion zurückschlagen oder durch eigene Präsenz im Vorfeld verhindern können sie aber nicht. Und um das gerne herangezogene Beispiel Vietnam direkt zu entkräften: Ohne die Nordvietnamesische Armee wäre es nie zu dem bekannten Ergebnis gekommen.
Der Staat ist nicht einfach die Summe der Menschen, die in ihm leben. Er ist eine politische Institution mit eigenen Interessen und Machtstrukturen. Und diese Interessen können durchaus mit denen der Menschen kollidieren.
Natürlich können Menschen sich gegen einen Aggressor verteidigen wollen und dafür auch staatliche Strukturen nutzen. Aber daraus folgt für mich nicht, dass der Staat deshalb das Recht hat, Menschen für seinen Erhalt zu opfern.
Er ist eine politische Institution mit eigenen Interessen und Machtstrukturen. Und diese Interessen können durchaus mit denen der Menschen kollidieren.
Das würde ich so nicht sagen - die Interessen des Staates bilden doch im wesentlichen den kleinsten gemeinsamen Nenner der in ihm existierenden Menschen ab. Sogar eine Diktatur kann sich nicht völlig gegen die Interessen der Mehrheitsgesellschaft stellen, denn dann würde es früher oder später zu einer Revolution kommen. Dieser “kleinste gemeinsame Nenner der Interessen” kann natürlich mit denen eines Individuums oder einer Minderheit kollidieren, was den Staat als Kollektiv der darin lebenden Menschen aber nicht widerlegt.
Aber daraus folgt für mich nicht, dass der Staat deshalb das Recht hat, Menschen für seinen Erhalt zu opfern.
Ok, wie sähe deine Alternative aus? Ein Aggressor startet eine Invasion… und dann?
Da unterscheiden wir uns in unserem Staatsverständnis. Bei unserer parlamentarischen Demokratie kommt es häufig vor, dass die Politik nicht im Interesse der meisten passiert. Spontan fällt mir ein:
- Volksentscheid zur Enteignung von Wohnungskonzern. Die meisten Berliner haben direkt dafür gestimmt. Die Landesregierung setzt es nicht um, die Bundesregierung will es durch neue Gesetze sogar verunmöglichen.
- Waffenlieferungen an Israel. Dadurch eine direkte Unterstützung des Genozids im Nahen Osten.
- Stromsteuer: Die aktuelle Regierung senkt die Strompreise lediglich für einige Unternehmen.
- Sondervermögen für die Bundeswehr. Keine Ahnung, ob die Mehrheit das jetzt toll findet. Punkt ist: Muss sie auch gar nicht. Da wird dann einfach eine Verschuldung von 500 Milliarden durchgesetzt. Hauptsächlich, um die Aufrüstung voranzutreiben.
Das ist wirklich nur eine kleine Auswahl. Generell existiert Lobbyismus und wirkt natürlich auch, egal ob wir wollen oder nicht.
Ok, wie sähe deine Alternative aus?
Ich würde zwischen Verteidigung und staatlichem Zwang unterscheiden. Menschen können sich freiwillig gegen einen Aggressor verteidigen. Die Aufgabe des Staates sollte aber vor allem darin liegen, Menschenleben zu schützen und Verluste zu minimieren, nicht Menschen für seinen eigenen Erhalt zu opfern.
Da unterscheiden wir uns in unserem Staatsverständnis.
Jup, denke ich auch
Ich gehe jetzt nur mal auf zwei Beispiele ein:
Volksentscheid zur Enteignung von Wohnungskonzern. Die meisten Berliner haben direkt dafür gestimmt. Die Landesregierung setzt es nicht um, die Bundesregierung will es durch neue Gesetze sogar verunmöglichen.
Erstens wäre das ganze enorm teuer geworden (wo soll im Gegenzug gekürzt werden?), zum anderen sendet so etwas ein unschönes Signal an potentielle Investoren… was dann im Endeffekt wieder zur Last des Gemeinwohls geht.
Sondervermögen für die Bundeswehr. Keine Ahnung, ob die Mehrheit das jetzt toll findet. Punkt ist: Muss sie auch gar nicht. Da wird dann einfach eine Verschuldung von 500 Milliarden durchgesetzt. Hauptsächlich, um die Aufrüstung voranzutreiben.
Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten enorm bei der Verteidigung gespart und die Bundeswehr - so ehrlich muss man einfach sein - im Vergleich mit den 80ern und sogar noch den frühen 90ern ganz schön herunterkommen lassen. Da wir nun eine akute Bedrohung in relativer Nachbarschaft haben muss die Bundeswehr wieder schnell in einen Zustand kommen in dem sie Bündnisverpflichtungen erfüllen und wieder wirksam zur Landesverteidigung beitragen kann. Auch wieder etwas, das im direkten Interesse des Gemeinwohls liegt.
Ich würde zwischen Verteidigung und staatlichem Zwang unterscheiden. Menschen können sich freiwillig gegen einen Aggressor verteidigen.
Also die Bildung von Guerillagruppen und Bürgerwehren? Kann man machen, ist aber im Kampf gegen einen willigen Gegner maximal eine Möglichkeit Zeit zu gewinnen und auf eine politische Wende und Verlust der Motivation des Gegners zu hoffen.
Wenn du eine reine Freiwilligenarmee meinst - kann funktionieren wenn sich genügend Menschen freiwillig melden… sorgt aber dann auch dafür, dass sich hauptsächlich eine bestimmte Klientel in der Armee wiederfindet und man in Gefahr läuft einen “Staat im Staat” heranzuziehen.
Die Aufgabe des Staates sollte aber vor allem darin liegen, Menschenleben zu schützen und Verluste zu minimieren, nicht Menschen für seinen eigenen Erhalt zu opfern.
Wenn die Geschichte eines zeigt, dann dass eine schlagkräftige Armee der beste Garant dafür ist Menschenleben im Staat zu schützen und eigene Verluste zu minimieren. Das opfern einiger wird so zur besten Möglichkeit das Weiterleben vieler zu sichern.
Wenn die Geschichte eines zeigt, dann dass eine schlagkräftige Armee der beste Garant dafür ist Menschenleben im Staat zu schützen
Die Geschichte zeigt aber auch, dass eine schlagkräftige Armee zu haben der beste Garant dafür ist, dass diese Armee irgendwann gegen irgendwen eingesetzt wird. Und gerade eine deutsche, schlagkräftige Armee hat leider geschichtlich einen denkbar schlechten Track Record.
Also sollte Deutschland als stärkste Volkswirtschaft in der EU nicht proportional zur Wirtschaftskraft seinen Anteil an der Bündnisverteidigung leisten (von der Landesverteidigung mal ganz abgesehen)?
Die Wiederspruch in deiner Aussage liegt doch auf der Hand: Für Waffen ist Geld da, für Wohnraum aber nicht. Wo Geld herkommt, wie viele Schulden aufgenommen werden, ob es ein Sondervermögen gibt; all das sind politische Entscheidungen. Die Grenzen des Machbaren scheinen da sehr klein für dich. Die Aussagen der Regierung scheinst du jedenfalls ohne Widerstand zu übernehmen.
Du redest von Gemeinwohl: Viele Menschen in Deutschland sind in existenzieller Not und die Miete spielt dabei eine große Rolle. Wohnraum nicht als Investitionsobjekt sondern als Notwendigkeit zu betrachten, die der Staat bereitstellen könnte, kommt dir nicht in den Sinn, oder?
Natürlich ist die Armee im Vergleich zu Kalten Krieg geschrumpft. Das ist doch auch gut und richtig. Der böse Russe stand auf einmal nicht mehr direkt bei Fulda.
Nun so zu tun, als ob die Russen, die sich in der Ukraine die Zähne ausbeißen, morgen in Berlin stehen, ist doch reichlich albern. Glaubst du wirklich, dass wir aufrüsten müssen, um im Bündnisfall tätig werden zu können? Dass Russland eine realistische Chance gegen die NATO, ob mit oder ohne den USA, hätte? Das ist wirklich absurd. Diese Einschätzung bedeutet aber tatsächlich, dass im Gesundheitswesen, im Naturschutz, in der Bildung und im sozialen Bereich der Rotstift angesetzt wird.
Die Wiederspruch in deiner Aussage liegt doch auf der Hand: Für Waffen ist Geld da, für Wohnraum aber nicht.
Da ist kein Wiederspruch: Die Armee hat einfach die höhere Priorität, da es eine existenzielle Bedrohung gibt.
Du redest von Gemeinwohl: Viele Menschen in Deutschland sind in existenzieller Not und die Miete spielt dabei eine große Rolle. Wohnraum nicht als Investitionsobjekt sondern als Notwendigkeit zu betrachten, die der Staat bereitstellen könnte, kommt dir nicht in den Sinn, oder?
Also DDR Plattenbauten?
Natürlich ist die Armee im Vergleich zu Kalten Krieg geschrumpft. Das ist doch auch gut und richtig. Der böse Russe stand auf einmal nicht mehr direkt bei Fulda.
Nein, das war im wesentlich dämlich und wurde zu recht von diversen Nato Mitgliedern (ja, auch und laut durch die USA) gerügt.
Nun so zu tun, als ob die Russen, die sich in der Ukraine die Zähne ausbeißen, morgen in Berlin stehen, ist doch reichlich albern
Die Russen beißen sich in der Ukraine die Zähne aus weil diese massiv vom Westen u.a. mit Material und Aufklärungsdaten unterstützt wird. Es geht auch weniger darum, dass der Russe morgen in Berlin steht, sondern z.B. in den baltischen Staaten der EU… und da wäre es doch irgendwie unbefriedigend sagen zu müssen “Sorry, wir haben abgerüstet… euer Problem!”
Ja, Ole ist sehr stabil.
Das Lied zitiert der Autor des Artikels sogar explizit, um seine komische Begründung aufzubauen.
Wir sind hier in den sozialen Medien, ich werd ja wohl noch etwas kommentieren dürfen ohne den Artikel gelesen zu haben >:(
(/j, ich hätt mal reinlesen sollen, auch wenn es dann weird ist, solche Schlüsse zu ziehen mit dem Lied)
Vor allem, wie er so ganz Nonchalant sagt “ja, da müssen halt mal irgendwelche Söhne sterben gehen, so ist das halt ¯\_(ツ)_/¯”.
Ich würde ja noch irgendwie verstehen, wenn man da sagt “um meine Söhne nicht geben zu müssen, gehe ich halt selbst. Ich komme nach dem Abwägen zu dem Schluss, dass unsere Chancen so am besten stehen”. Aber nein, irgendwer muss seine Kinder opfern, damit andere Kinder leben können, oder so. K.A., der Autor scheint verwirrt.
Wir werden niemals aufgeben, für Menschenwürde und Menschenrechte einzustehen.
Hat sich der Kollege mal aktuelle Wahlumfragen angeschaut? Beinahe ein Drittel der Leute um ihn rum haben richtig Bock darauf nicht für Menschenwürde und Menschenrechte einzustehen.
Eigentlich noch mehr, wenn man bedenkt dass die Union am liebsten ihren heissgeliebten „Totalverweigereren“ und anderen Sozialhilfeempfänger:innen sämtliche Leistungen streichen wollen, wo doch Karlsruhe schon gesagt hat dass man wegen Artikel 1 des GG das Bürgergeld gar nicht weiter senken kann.
Ich wurde damals ausgemustert. Eigentlich ohne wirkliche Gründe. Mein lokales Kreiswehrersatzamt war auch bekannt das es eigentlich damals (2003) nur Leute will die sich auch tatsächlich verpflichten, über den Grundwehrdienst hinaus. Ich hatte damals geplant zu verweigern.
Bei der Bundeswehr hat man damals zwei Dinge gelernt. Saufen und Skat spielen. Beides konnte ich schon. Mir musste auch niemand mehr erklären wie man T-Shirts faltet und sein Bett macht.
Leider durfte ich deshalb keinen Zivildienst machen. FSJ usw, gab es in dieser Form damals nicht und ich hätte schon gerne noch 9-12 Monate was gemacht um mich auch ein wenig zu orientieren.
Ich würde mich aber auch als junger Mensch heute nicht zur Bundeswehr gehen. Ich fühle mich keinem “Land” verpflichtet, in der Hinsicht das ich meine Gesundheit oder mein Leben dafür opfern sollte. Grundsätzlich ist es auch gegen meine Weltanschauung im Namen eines Landes oder “Volkes” anderen Menschen Gewalt anzutun.
Im Falle das man tatsächlich sich und die Gesellschaft mit Gewalt verteidigen muss, gibt es meiner Meinung nach doch Alternativen zur Armee des Staates. Wenn es hart auf hart kommt, bin ich auch durchaus bereit Opfer zu bringen und im Notfall Gewalt anzuwenden. Allerdings halt nicht unter dem Kommando der Bundeswehr.
Von den grundsätzlichen Punkten abgesehen, halte ich die Bundeswehr für einen Trümmerhaufen, der erstmal sein strukturelles Nazi-problem und andere Probleme in den Griff bekommen muss.
Ich selbst war 2006 bei der Bundeswehr und habe mich daher bereits 2003 mit dem Thema auseinander gesetzt.
Bei uns gab es 2003 bereits Leute im FSJ aber das kann ja von Ort zu Ort unterschiedlich sein oder es waren bestimmte Rahmenbedingungen die es dir unmöglich gemacht haben.Bei der Bundeswehr hat man deutlich mehr beigebracht bekommen, unter anderem etwas, das in meinen Augen der heutigen Gesellschaft fehlt.
Dabei meine ich besonders den Respekt anderen Menschen gegenüber, Hilfsbereitschaft und dass man nur gemeinsam stark sein kann.
Wenn man allerdings vorher bereits eine Meinung hatte, kann man das natürlich leicht übersehen.
(und ja ich habe alles von dir genannte dort ebenfalls gelernt oder vertieft ;-))Die Bundeswehr macht auch deutlich mehr als nur Gewalt gegen Menschen auszuüben.
Ich würde behaupten, dass “unsere” Armee sogar den Großteil der Zeit damit verbringt Menschen in Krisen zu helfen.
Und damit meine ich nicht nur im Ausland.Natürlich zieht eine Bundeswehr, die die eigene Gesellschaft und unser Zuhause schützen soll, besonders Leute an, die bereit sind ihr Zuhause zu schützen. Also primär Leute, die ihre Heimat und ihre Familien lieben.
Die Bundeswehr hat sicherlich ein Problem mit Nazis und Rechtsradikalen aber in meinen Augen spiegelt das nur unsere aktuelle Bevölkerung wieder, schaut euch nur die Zahlen der AFD an.
Ich finde es unglaublich schade, dass viele nach der alten Geige " Bundeswehr = böse" tanzen und sich kein eigenes Bild machen.
Damit meine ich nicht, dass man gleich hingehen muss, aber man sollte neben den NATO-Einsätzen wo wir z.B. die USA unterstützen müssen, auch die Einsätze sehen, wo die Bundeswehr der eigenen und auch fremder Bevölkerung hilft. Oftmals hilft sie in Krisen Leben zu retten und das ganz ohne jegliche Gewalt (außer vielleicht gegen Wasser-, Schnee- oder Schlammmassen).Ich möchte meine neun Monate bei der Bundeswehr nicht missen und meine etwas vergleichbares würden vielen gut tun.
Man war das erste Mal gezwungen seine Bubble wirklich zu verlassen und das war eine sehr gute Erfahrung, die heutzutage mit dem Internet nur noch wichtiger wäre.Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute einfach mal zu einem Tag der offenen Tür bei der Bundeswehr gehen und mit den Leuten reden, statt nur aus der Ferne über etwas unbekanntes zu richten.
Nur gehörtem oder gelesenem zu folgen ohne sich ein eigenes Bild gemacht zu haben, ist eine der größten Krankheiten unserer Generation. (ok das ist vermutlich nichts neues, gabs früher auch schon, siehe zweiter Weltkrieg)
Schon sachlich richtig aber es wird ganz gerne so getan (nicht von dir) als würde man gewisse Dinge quasi “nur” im Wehrdienst lernen.
Klar kann man “deutsche Tugenden” auch beim Bund lernen wie Pünktlichkeit, Verbindlichkeit, Ordnung, Teamwork usw. Allerdings kann man das auch in ziemich vielen anderen Bereichen lernen. Alles Bereiche die nicht militaristisch organisiert sind bzw. dem Staat untergeben sind.
Das Argument mit der Krisenhilfe zieht für mich auch nicht wirklich. Ich finde das eh grundsätzlich kritisch das die Bundeswehr Katastrophenhilfe leistet. Nicht weil sie es tut, weil da jede Hand hilfreich ist, sondern das wir keine anderen besseren Institutionen haben die im Ansatz ähnlich finanziert sind. Das THW besteht z.B. zu 99% aus ehrenamtlichen Helfern. Dafür muss niemand an der Waffe ausgebildet werden und letztendlich Befehle befolgen die “dem Staat” dienen und oft nicht den Menschen.
Ich habe im Freundeskreis recht viele Leute die Soldaten waren und auch aktiv in Kampfeinsätzen waren. Dazu gehören auch Leute die beim Bund waren. Teilweise wie gesagt in Kampfeinsätzen, aber auch bei Schreibtischjobs. Nur ein Kollege der dort in der IT gearbeitet hat blickt da nicht mit Verbitterung zurück. Das übrigens alles im Kontext einer Karriere und keiner potentiellen Verteidigung der BRD. Ich bin in meinem Sozialleben grundsäzlich Pazifist, aber halt auch nur dort. Gewalt ist manchmal leider nötig um z.B. Gewalt durch Dritte zu verhindern oder zu stoppen. Deswegen muss man sich aber meiner Meinung nach halt nicht einer Staatsorganisation wie der Bundeswehr anschließen.
Allerdings kann man das auch in ziemich vielen anderen Bereichen lernen
Dies. Ich kann voll verstehen, dass bspw. die Kameradschaft beim Bund für viele ein krass positives Erlebnis war, von dem ja auch immer viele schwärmen.
Ich hatte aber halt vor meinem Wehrdienst schon viel geilere Kameradschaft erlebt, bei den Pfadfindern. Die basierte dort auf Freiwilligkeit, auf “wir teilen die gleichen Werte” etc.
Beim Bund wird Kameradschaft halt verordnet. Deshalb habe ich die Kameradschaft beim Bund auch versagen sehen, in Situationen, wo sie bei den Pfadfindern niemals versagt hätte.
Ich bin privilegiert, das erlebt zu haben. Und deswegen verstehe ich auch, dass die Leute, die das Privileg nicht hatten, eben die “unechte Kameradschaft” bei der Bundeswehr als was ganz tolles wahrnehmen.
Aber irgendwie ist das nicht genug Grund junge Menschen da hin zu zwingen und sie nebenbei noch zum Töten auszubilden. Sondern irgendwie anders zu enablen das, sogar in besser, zu erleben.
Die Bundeswehr hat sicherlich ein Problem mit Nazis und Rechtsradikalen aber in meinen Augen spiegelt das nur unsere aktuelle Bevölkerung wieder, schaut euch nur die Zahlen der AFD an.
Also, wenn ich meinen eigenen Wehrdienst von 2007 dagegen halte, muss ich davon ausgehen, dass der Anteil problematischer Soldaten weit über dem Anteil in der Gesellschaft liegt.
Weil, wie du ja schreibst, natürlich ein spezielles Klientel von großen Waffen und autoritären Strukturen angesprochen wird.
Und dann…ist das ja keine Entschuldigung und auch kein “halb so wild”?! Im Gegensatz zur “aktuellen Bevölkerung” hat die Bundeswehr halt Kriegswaffen. Das sind genau die Leute, die die komischen “Merkel aufknüpfen” Forderungen einer AfD Regierung dann irgendwann durchsetzen, weil sie die Mittel (Waffen) und den Willen (größtenteils AfD Anhänger oder zumindest Sympathisanten) haben.
Also primär Leute, die ihre Heimat und ihre Familien lieben.
Ah ja, die Familie.
Erstmal eine spannende Aussage, zu behaupten, Soldaten würden ihre Familien mehr lieben als Zivilisten.
Der Text nimmt darauf ja auch Bezug. Würdest du es wie Reinhard Mey handhaben und deinen eigenen Sohn nicht in den Krieg schicken? Ganz familienfreundlich, finde ich.
Oder gilt es, den Staat zu verteidigen und dafür notfalls auch die Familie zu opfern? Du brauchst mir nicht zu sagen, dass das natürlich keiner bei der Bundeswehr möchte. Ändert natürlich nichts daran, dass der Staat im Notfall auf deinen Sohn als Ressource zugreift, um sich oder seine Einflusssphäre zu verteidigen.
Was wenn deine Familie scheiße ist? Ich habe ein normales Verhältnis zu meiner. Ich kenne aber auch reihenweise Leute die aus guten Gründen kein gutes Verhältnis zur eigenen Familie haben. Zum Beispiel weil sie dort diverse Formen von Gewalt erlebt haben, oder das die Familie sie sprichwörtlich rausgeworfen haben weil sie sich z.B. als homosexuell oder trans geoutet haben.
Verstehe jetzt nicht genau, wo da der Kontext sein soll. Ist deine Familie scheiße, solltest du dich von ihr distanzieren.
Hier geht es doch aber um das Gegenteil. Der Begriff Familie wird instrumentalisiert, um Menschen dazu zu bewegen, im Kriegsfall anderen das Leben zu nehmen. Wie das der eigenen Familie helfen soll, besonders weil die Wiederkehrenden dann mit allerlei psychischen Problemen belastet sind, ist nur durch Abstraktion zu erklären.
Die Argumentation das man ja für “seine Familie” zur Bundeswehr gehen sollte zieht halt nicht bei allen Menschen. Wie du richtig erkannst hast ist der Begriff aber (meistens) stark instrumentalisiert im Sinne von recht schwammigen mutmaßlichen Grundwerten von “Deutschland” die man doch bitte verteidigen soll beim Bund.
Natürlich zieht eine Bundeswehr, die die eigene Gesellschaft und unser Zuhause schützen soll, besonders Leute an, die bereit sind ihr Zuhause zu schützen.
Oder halt eine, die in naher bis mittlerer Zukunft im Ausland koloniale Interessen sichern soll und an den EU-Grenzen Klimaflüchtlinge erschießen soll. Also die zieht wie man sieht auch diese naive Fraktion an, die den Politikern glaubt das Vaterland müsse vor irgendeinem fiktiven Feind geschützt werden. Die werden dann zunächst mal angewidert sein zu was sie instrumentalisiert werden (und wurden, um im Vorfeld das Narrativ glatt zu ziehen, siehe hier), aber daran gewöhnt sich die Bevölkerung dann auch.
Man war das erste Mal gezwungen seine Bubble wirklich zu verlassen und das war eine sehr gute Erfahrung
Meiner Erfahrung nach kamen die Wehrdienstler in meinem Bekanntenkreis alle vollkommen gehirngewaschen zurück, vor allem in Bezug auf die Bundeswehr selbst, ihre Wichtigkeit, toxische Männlichkeitsbilder und die Wichtigkeit der Bundeswehr für die Erfüllung dieser Männlichkeitsbilder, einer abschätzigen Haltung gegenüber Zivildienstleistenden/Kriegsdienstverweigerern, und so weiter. Und wenn sie dann erzählen was sie so gemacht haben, naja durch den Schlamm gerobbt und gesoffen, danach irgendeine Schranke bewacht und gesoffen oder einen Lastwagen gefahren und gesoffen.
Und die Einzigen, die das hinterher aufgearbeitet und hinterfragt haben waren die, die vom Ausbilder oder den anderen Soldaten hart gemobbt wurden.
Also wenn dir die Bundeswehr deinen Horizont erweitert hat, dann möchte ich die Bubble nicht sehen in der du vorher gesteckt hast.
Will jetzt ja keine Lebenslaufkrise auslösen, aber das FSJ gibt es seit 1964.
Ich schrieb in der modernen Form. Da hat sich über die Jahre viel geändert, alleine schon wegen dem Budget mit dem man die Stellen bezahlt hat. Daraus ergeben sich dann z.B. Zahlen von 1.500 FSJlern 1964 und bis zu 50.000 pro Jahr in der heutigen Zeit. Wobei die Zahl wieder rückläufig ist weil man das Budget dafür wiederfleißig kürzt.
Dazu hat sich auch die Form verändert und die größte Veränderung war 2008. Da wurde die Altersgrenze für das FSJ von 25 auf 27 angehoben und eine pädagogische Begleitung wurde Pflicht. Dazu wurden auch die Einsatzmöglichkeiten vergrößert. Dazu wurde 2011 dann auch der BFD eingeführt.
Wobei es für dich ja (vermutlich) egal gewesen wäre 2003 mit der Altersgrenze und wieviele Stellen es 1964 gab.
Mein Kommentar war ja eher “schade, dass du das machen wolltest, aber keiner dich auf die Möglichkeit hingewiesen hat (oder es keine coolen Möglichkeiten für deine Vorlieben gab)”.
Lustig, denn ich habe 2003/2004 ein FSJ gemacht.
Schon den ganzen Kommentar lesen. Das FSJ gab es damals nicht in der Form die es dann mit dem Ende der Wehrpflicht gab. Das FSJ gibt es schon ziemlich lange. Allerdings war die Finanzierung und damit die Anzahl der Stellen wesentlich beschränkter. Da sind wir übrigens dank Kürzungen auch wieder in einer Kurve die nach unten geht.
Für kein Geld der Welt würde ich freiwillig zur Bundeswehr gehen. Würden sie mich dazu auffordern, würde ich verweigern. Auch ein Ersatzdienst kommt für mich nicht in Frage. Letzteres wäre vielleicht denkbar, wenn ich nicht mein Leben lang permanent vom Staat diskriminiert worden wäre und auch bis heute noch werde. Ich schütze die Menschen, die mir wichtig sind, und mich selbst. Ab da ziehe ich eine klare Linie und sage nein.
Für kein Geld der Welt würde ich freiwillig zur Bundeswehr gehen.
Stimme zu. Aber keine Sorge. Wenn es hart auf hart kommt fragt uns keiner mehr nach Freiwilligkeit oder gibt dir Geld. Wir beide bekommen den Sack über den Kopf und werden dahin getretten wenn wir nicht schneller rennen können.
Wie sieht’s bei euch aus? Habt ihr früher verweigert? Habt ihr eure Verweigerung zurückgezogen? Behaltet ihr eure Verweigerung bei?
Ich habe niemals verweigert, wurde aber aufgrund meines Jahrgangs auch niemals gemustert. Jetzt lebe ich in Ausland. Ich vermute, dass ich theoretisch eingezogen werden könnte, wie das ohne gemustert zu sein und mit Wohnsitz im Ausland läuft weiß ich aber nicht.
Konkret verweigern würde ich aber nicht. Also wenn mir jemand nen Brief schickt, dann würde ich halt hingehen. Ist aber auch kein schöner Gedanke.
T5, hatte mit dem ganzen Bums nie etwas zu tun. Hätte ansonsten aber auf jeden Fall verweigert und Zivi gemacht.
Ausgemustert und dann trotzdem ein FSJ in der Förderschule gemacht.
Ich bin zu jung um je verweigert haben zu müssen und mittlerweile habe ich genug gesundheitliche Probleme um sicher ausgemustert zu werden. Das ist auf jeden Fall meine Erwartung, für den klassischen Frontdienst bin ich auf jeden Fall ungeeignet, aber wer weiß ob das in Zukunft ein so relevantes Kriterium bleibt.
Damit fühle ich mich auch immer etwas fehl am Platz, über Wehrpflicht zu sprechen; Ich werde die daraus resultierenden Leiden wahrscheinlich nie spüren.
Ich war einer der letzten Jahrgänge die noch gemustert wurden. Mir wurde das alles abgenommen, weil ich mit Bewertung T5 ausgemustert wurde. Ich hätte eh keinen Bock auf die Scheiße gehabt und hätte dann wohl verweigert. Niemals würde ich da hinwollen. Jetzt ist das, dank GdB, sogar noch unwahrscheinlicher dass ich überhaupt jemals Dienst an der Waffe leisten werde müssen, sollte der Verteidigungsfall eintreten.
Habe Wehrdienst gemacht, 2007. Habe dabei gelernt, dass die Bundeswehr damals schon ein safe space für Faschos war. Ich gehe davon aus, dass das mit der politischen Normalisierung von Rechtsextremismus seit damals nur schlimmer geworden ist.
Jetzt schaue ich kopfschüttelnd zu, wie wir diesem Faschoverein einmal alle Waffen modernisieren und dann die kriegsbereite Armee einer AfD Regierung hinstellen 👍. Die dann auch noch aus Russland ferngesteuert wird 👍👍. Richtig smart.
Tauglich gemustert und danach Papierkrieg mit Abwarten, Verweigern mit unvollständigen Unterlagen, Verweigerung zurück ziehen usw. bis ich im dritten Semester war. Ab dann galt für das Studium aufschiebende Wirkung. Und als ich mit der Uni fertig war war dann die Wehrpflicht weg.
Wehrpflicht wurde knapp ein Jahr bevor ich Ran hätte müssen ausgesetzt. Die Frage hat sich also nie gestellt.
Wahrscheinlich bin ich aber inzwischen mit einem Computer gefährlicher als mit einer Waffe in der Hand. Dementsprechend sehe ich da etwas gelassen darauf. Zur Not würde ich aber wohl trotzdem bei der Verteidigung helfen. Aber nicht für die BRD sondern für die Leute die mir wichtig sind.
Ich bin Deutscher durch Einbürgerung und habe mich bewusst erst einbürgern lassen als die Wehrpflicht abgeschafft wurde (sonst hätte ich es nicht gemacht, oder erst als ich zu alt gewesen wäre).
Nie im Leben würde ich zum Bund gehen. Auch im Kriegsfall nicht. Da bin ich komplett egoist. Ich kümmer mich um meine Familie und mich selbst. Für den Rest vom Land will ich nicht sterben, sorry.
Wurde ausgemustert (easy, THC im Blut), bin jetzt auch im Ausland, sollte also fein raus sein.
Doppelte Staatsbürgerschaft. Mich hat damals niemand gefragt.
Es tut mir in der Seele weh, anerkennen zu müssen, dass wir den Frieden in unserem Land nur mit Panzern und Soldaten aufrechterhalten können.
Steile These. Ohne Kohls Nein zu Russland hätte es eine echte Annäherung geben können und damit hätte es nicht zum Konflikt kommen müssen. Statt Waffen könnte man Weitsicht nutzen. Das eigentliche Problem ist aber China. Möglichkeit eins wäre gewesen, es nicht am Handel teilhaben lassen, was wir nur gemacht haben, um es von der UDSSR zu lösen. Als Möglichkeit zwei könnte man akzeptieren, dass die USA nicht der Hegemon sein müssen. China könnte im fairen wirtschaftlichen Wettbewerb mit dem Rest der Welt ausbalanciert werden. Dazu müsste man dem Rest der Welt aber auf Augenhöhe begegnen.
Steile These zu glauben das Russland sich nicht trotzdem in das Regime entwickelt hätte das es ist. Klingt eher nach Deutschland Fanfiktion.









