Spoiler: Sichteinlagen haben sich nach Kosten, Steuern und Inflation noch nie, auch heute nicht, auch die 118 Jahre vor der Nullzinsphase, auch in keinem anderen Land, je gelohnt.
Siehe Tabelle 1 hier https://gerd-kommer.de/blog/nullzinsen-und-anlagenotstand/
Wer möchte, dass die Kaufkraft seiner Ersparnisse langfristig erhalten bleibt oder steigt, kommt an Aktien (ETF) nicht vorbei.
Und wenn ich 2 Jahre auf ein Auto spare, würdest du mir dann auch zu ETFs raten?
Nö. Das sparst du ja auch nicht an, weil es sich so sehr lohnt, sondern damit du es in kurzer Zeit, hier zwei Jahre, verkonsumieren kannst. Es wird allerdings trotzdem nach zwei Jahren Kaufkraft verlieren.
Den Kaufkraftverlust möchte ich auch gar nicht anzweifeln, aber dass sich ein Produkt deswegen nicht lohnt schon. Ich verstehe schon, dass du 2 Produkte anhand ihres Kaufkraftverlustes vergleichen möchtest. Das halte ich aber für etwas zu kurz gegriffen, weil du damit vollkommen ausblendet, dass z.B. Tagesgeld und ETFs nicht zwingend in Konkurrenz zueinander stehen sondern unterschiedliche Funktionen erfüllen sollen.
Ich blende nichts aus und exakt diesen Punkt macht doch der oben verlinkte Blogbeitrag. Du scheinst das Wort langfristig aus meinem Post auszublenden, anders kann Ich mir das Beispiel mit dem Auto in zwei Jahren nicht erklären. Dass Leute mit der Intention langfristig Kaufkraft zu erhalten, an Aktien ETF nicht vorbeikommen, heißt wiederum nicht, dass sie 100 % ihres Geldes in Aktien ETF anlegen sollten. Hier gibt es kein entweder oder.
Hier gehts um den Tagesschau-Artikel auf den du antwortet und nicht deinen Blogbeitrag, und deine erste Antwort auf diesen Artikel ist, Sichteinlagen hätten sich nie gelohnt. Ich habe deiner Aussage nicht vom Inhalt her widersprochen. Nur geht es in diesem Artikel eben um Tagesgeldzinsen und nicht Kaufkraftverlust.
Sie lohnen sich auch nicht und sie sind auch nicht dazu da, sich zu lohnen. Worauf der Blogbeitrag eingeht.
Um eurer Diskussion neue Würze einzuträufeln, wage ich die These, dass sich ETF‘s sogar für 2 Jahre lohnen:
- Mögliche Kursschwankungen wie Bärenmarkt oder Kurskorrekturen nur im letzten Jahr kritisch sind. Ein Bärenmarkt kommt nie plötzlich
- Im ersten Jahr sind die Kursgewinne definitiv höher als Fedtgeldzinsen sind und höchstwahrscheinlich auch Kursschwankungen im zweiten Jahr abfangen können
- Man nicht den Fehler machen sollte in Budgettöpfen zu denken „Topf Autogeld“, „Topf ETF-Spargeld“, „Topf Urlaubsgeld“, „Topf Lebensmittel“, etc. Alles ist dein Geld.
Wenn alles ein Topf ist, dann legst du alles verfügbare, sparfähige Geld in ETF‘s an. Denn dabei gilt immer: Time in the Market, beats Market Timing.
Wenn du dein Geld fürs Auto brauchst, verkaufst du eben ein paar ETF‘s. Hast du Kursgewinne gemacht (wahrscheinlich) dann ist geil, hast du Verluste gemacht (unwahrscheinlich) dann gleicht sich das über die Zeit aus, da du mit dieser Strategie immer langfristig anlegst!
Ich nenne das mal die Chancen-Strategie. Im Gegensatz zur Verlustaversion-Strategie mit Tagesgeld für 2 Jahre.
Edit: Tagesgeld sehe ich im Bereich 6-8 Monate. Da ist mir ehrlicherweise der Aufwand und Ertrag zu gering und lasse das Geld dann lieber auf dem Konto für die kurze Zeit.
Wie sicher ist denn der Euro?
Wie sicher sind die Bilanzen der Banken wenn der Dollar einbricht?
Hilft der Sicherungsfond wenn alle Banken pleite sind?



