Erinnert mich an den Schauspieler, den das Neo Magazin Royal damals bei Schwiegertochter gesucht eingeschleust haben. Da konnte man auch schon hervorragend sehen wie dieser vermeintlich schrullige Charakter von der Produktionsfirma nochmal extra medienwirksam inszeniert und einfältiger dargestellt wurde, als er eh schon war. Auch der Umgang mit dem vermeintlichen Alkoholismus des Vaters (natürlich ebenfalls ein Schauspieler) war sehr bezeichnend.
Der bait hier war einfach zu schön. Da können sie nicht widerstehen. Den richtigen Background Check kann man da schon mal vernachlässigen.
Diese “Reportagen” wollen Klischees und Vorurteile zeigen, das ist der Inhalt. Die Entschuldigung ist soviel wert, wie eine Richtigstellung der Bild.
Das Problem ist nicht, dass er sich hier als Betrüger eingeschlichen hat, sondern dass hier halt ein völlig nicht repräsentativer “Bürgergeld-Schmarotzer” vorgeführt wurde, um Propaganda gegen Sozialleistungen zu machen. Die Sendung wäre sicherlich anders verlaufen, wenn man da eine alleinerziehende Mutter, einen Aufstocker oder einen chronisch Kranken sitzen gehabt hätte.
Ein ZDF-Sprecher teilte mit, bei den Dreharbeiten seien “keine Ungereimtheiten bemerkt worden” und es habe “damals keinen Grund” gegeben, “an der Glaubwürdigkeit der Schilderungen von Yannis B. zu zweifeln”.
Warum auch überprüfen? Wird hier etwa Journalismus erwartet?
Das erinnert mich irgendwie an schwarzhäutige Menschen in den USA die vor Kamera und auf asoziale Medien immer gerne vorführen dass Sklaverei gut war, und dass es heutzutage keinen Rassismus mehr gibt. Irgendeiner findet sich immer um eine Rolle zu spielen die gerade “im öffentlichen Interesse”* ist und ein paar Ocken damit zu machen.
Dass ein TV-Sender bei so einer Verarsche mitmacht ist schon traurig. Und hinterher mimimi, tschuldigung, wer konnte das denn ahnen, das ist noch trauriger.







