«Strahlend weisse Zähne in 15 Sekunden»: Das verspricht die Schweizer Firma Elixavita. Der PR-Spruch steht auf einer Kartonschachtel, in der aktuell die Zahnkosmetik-Produkte den Kundinnen und Kunden der Schweizerischen Post präsentiert werden.
Die Hoffnung der Post: Während man wartet, um den Brief oder das Paket am Schalter aufzugeben, könnte der Eine oder die Andere einen Spontankauf tätigen. Zum Beispiel einen Elixavita-Dental-Schaum. Oder einen Elixavita-Propolis-Spray, der «wohltuend und ideal für frischen Atem» sein soll.
Auf der Schachtel, in der die einzelnen Elixavita-Produkte in Reih und Glied stehen, ist das Logo der Firma zu sehen. Diese besteht aus einem grünen Blatt und der Schweizer Flagge: Weisses Kreuz auf rotem Hintergrund. Gleich daneben ist die Schweizer Website notiert: Elixavita.ch.
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So manche Kundinnen und Kunden könnten also den Eindruck erhalten, dass sie es hier mit einem Schweizer Produkt zu tun haben. Doch dem ist nicht so. Denn wer sich die einzelnen Verpackungen genauer ansieht, erfährt, dass die Artikel in China hergestellt wurden. Die Firma Elixavita aus Schindellegi vertreibt diese bloss. Tatsächlich sind auf den einzelnen Verpackungen keine Schweizerkreuze angebracht.
Doch wird mit der grösseren Kartonschachtel, auf der das Schweizerkreuz sehr wohl prangt, eine Schweizer Herkunft suggeriert? Handelt es sich um eine Veräppelung der Kundschaft? Das rot-weisse Kreuz ist seit 2017 im Swissness-Gesetz streng geschützt. Es darf nur verwendet werden, wenn der Gebrauch nicht irreführend ist. Ganz verboten ist der Gebrauch des staatlichen Wappens, also des weissen Kreuzes im roten Dreiecksschild.
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Marija Bucher, Direktorin des Schweizerischen Kosmetik- und Waschmittelverbandes, will sich zum konkreten Fall nicht äussern. […] Sie hat von Elixavita noch nie gehört. Sie betont, dass sich ihre Organisation für einen wirksamen Schutz der Herkunftsangabe Schweiz einsetze. «Swissness ist ein wertvolles Qualitätsmerkmal, das nur dann seine volle Wirkung entfalten kann, wenn Missbräuche im In- und Ausland konsequent verfolgt werden.»
Auch die Schweizerische Post scheint sich der Sache nicht ganz sicher zu sein. «Wir sind mit dem Lieferanten in Kontakt, um das Produkt und die geltenden Richtlinien zu prüfen», sagt Sprecher Patrick Stöpper. Zwar sei auf dem Produkt selbst kein Schweizerkreuz angebracht, auf dem Warenträger, also dem Kartonbehälter, jedoch schon. «Wir haben den Lieferanten darauf aufmerksam gemacht, die Herkunftskriterien und damit verbundenen Swissness-Gesetzgrundlagen zu prüfen und gehen dem Hinweis nach.»
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Aktuell [werden] die Elixavita-Produkte in 451 Filialen verkauft. Umsatzzahlen sind keine bekannt. Entwickelt werden solche lokalen Kooperationen direkt durch die Mitarbeitenden der Post in den Regionen zusammen mit dem Leitungsteam.
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Elixavita-Geschäftsführer Peter Schönbächler gibt sich derweil unbeirrt. Das Firmenlogo mit dem Schweizerkreuz diene «ausschliesslich der Unternehmens- und Markenidentität» und komme insbesondere «im unternehmerischen Kontext» zum Einsatz, zum Beispiel für die Firmenpräsentation oder die Geschäftskorrespondenz.
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Gut möglich, dass ein Gericht diese Aussage bestätigen muss, damit Schönbächler das Lachen nicht vergeht. Trotz Elixavita-Zahn-Schaum.
Die Chinesen haben sich schon gerächt



