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Es sei “ein Krieg eines Regimes gegen die eigene wehrlose Bevölkerung”, sagt die deutsch-iranische Menschenrechtsaktivistin Daniela Sepehri.
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Sie fordert massiven Druck der deutschen Bundesregierung auf die Machthaber in Teheran und hat dafür einen offenen Brief initiiert. Eine Solidaritätsbekundung mit der Freiheitsbewegung im Iran, unterzeichnet von mehr als 30 Prominenten wie Schauspielerin Katja Riemann.
“Halbherzige Appelle reichen nicht” heißt es darin.
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Angst um Angehörige in Teheran
Im persischen Buchladen “Hedayat” versucht Inhaberin Mehregan Maroufi seit Donnerstag ihre Verwandten in Teheran zu erreichen, doch die Telefonleitungen sind tot. “Das ist eine Geiselnahme, ohne Strom, ohne Internet. Das ist für uns alle schrecklich”. Sogar ihre 70-jährigen Tanten seien demonstrieren gegangen, erzählt sie, in der Hoffnung, dass sie es diesmal schaffen, das Regime zu stürzen, ein freies Land für ihre Kinder zu erkämpfen.
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Groß ist die Angst bei dem Gedanken, was passieren könnte, wenn die Demonstrationen niedergeschlagen werden. “Die werden die Menschen abschlachten, sodass sie sich nie wieder trauen, einen Fuß auf die Straße zu setzen” sagt Schönauer.
Schauprozesse, Hinrichtungswellen - das ist es, was die Iraner und Iranerinnen befürchten. In den sozialen Netzwerken tauchen bereits Fotos von Getöteten auf: Frauen, Männer, Kinder. Der Protestierende Erfan Soltani könnte eines der ersten Opfer solcher Schauprozesse sein. Seine Hinrichtung sei laut Menschenrechtsorganisationen für heute angesetzt.
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