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Es sind einzelne Aktionen, die von der Öffentlichkeit kaum registriert werden: Brände, zerschnittene Kabel, politische Schmierereien. Für sich genommen, erscheint das einzelne Ereignis in der Regel nicht besonders schwerwiegend. Doch zusammen betrachtet, zeigen die Anschläge: Der Kreml setzt Sabotage als strategisches Mittel gegen Europa ein.

Mitte August brannten in Kassel vier zivile Fahrzeuge der Bundeswehr. Zu ähnlichen Bränden von Militärlastwagen war es im Juni in Erfurt und Niedersachsen gekommen. Vor wenigen Tagen wurde in Wuppertal ein Brand bei Gleisen der Deutschen Bahn registriert. Ähnliche Anschläge hatte es bereits Anfang Monat mit erheblichen Folgen für den Bahnverkehr gegeben. Auf der schwedischen Insel Gotland kam es am Wochenende zu einem totalen Stromausfall. Im Frühjahr war dort bereits ein Anschlag auf die Wasserversorgung verübt worden.

Dass hinter all diesen Sabotageaktionen der Kreml steckt, ist nicht in jedem Fall bewiesen, aber es gibt Indizien. Brandanschläge auf Militärfahrzeuge oder die Deutsche Bahn gab es auch früher schon von linksextremen Gruppen. Der Stromausfall in Gotland soll nach bisherigen Angaben technische Ursachen haben. Oft dauert es Wochen oder Monate, bis die Ermittler eine Verbindung zu russischen Geheimdiensten herstellen können.

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Dass Russland mit Sabotageaktionen gegen den Westen vorgeht, ist unbestritten. Im vergangenen Jahr kam es zu zahlreichen Fällen. Die deutschen Behörden verhafteten zwei Russlanddeutsche, weil sie Anschläge vorbereitet hatten. In Polen und Litauen brannten Einkaufszentren, und in zwei DHL-Logistikzentren explodierten im Sommer Pakete. Insgesamt soll Russland 2024 mindestens 33 Aktionen in Europa verübt haben, so die britische Denkfabrik IISS. Dazu gehören beispielsweise auch die Sabotageaktionen an Unterseekabeln in der Ostsee.

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