Reportage von 1970, wie in Löhndorf im Gemeindebackhaus Brot gebacken wurde.
Fand ich spannend, weil man einen ganz guten Einblick in die Kultur von damals bekommt. Also auch, dass man einfach schon durch das gemeinsame Backhaus direkt einen sozialen Anknüpfungspunkt hat. Da ist es echt egal, ob man sich besonders mag, man backt halt gemeinsam Brot und redet dann auch miteinander, weil Handy ist noch nicht.
Also auch, wie gut eingespielt die miteinander sind. Da kann ich auch verstehen, wenn man frisch Zugezogene erstmal beäugt hat, weil sie die ganzen Abläufe logischerweise nicht kennen können.
Und naja, auch einfach, was das auf heute bezogen bedeutet. Viele Leute, die in der Zeit aufgewachsen sind, sind immer noch am Leben und prägen die Kultur gerade in Dörfern auch weiterhin.
Das war eben auch eine Zeit, wo man echt noch Arbeit reinstecken musste, um das tägliche Leben zu bestreiten. Und wo man erstmal mit dem Leuten im Dorf klarkommen musste.
Also dass auch einfach mit dem im Hinterkopf dann ein gewisses Unverständnis für progressivere Themen einher kommt. Warum sollte man sich z.B. Östrogen geben, wenn man die Muskelkraft doch echt gut für’s Teig kneten brauchen kann? Warum sollte man vegan leben, wenn man dann am Abendtisch mit den acht anderen Familienmitgliedern nicht das essen kann, was es eben gerade gibt?
Dass es da eben auch eine starke Verlagerung gab. Damals musste man mit der Gemeinschaft klarkommen. Heute muss man vielmehr mit sich selbst klarkommen.
Ja, keine Ahnung, ist spät und wahrscheinlich philosophiere ich da viel zu viel hinein, aber fand ich eben spannend, um auch so meine eigenen Erfahrungen als Dorfkind einordnen zu können.
Vielen Dank. Kannst du versuchen das Video nochmal anders zu verlinken. Bei mir erscheint “failed to load media”

