Also haben wir einen Zertifikathandel, bis der Markt regelt, dann verhindern wir, dass er das tut, was er tun soll, nämlich fossiles heizen finanziell unattraktiv machen?
Wenn man keine Preissprünge will, ist die Bepreisung über limitierte Zertifikate falsch.
Der Grund ist, dass die Preiselastizität bei Energie sehr gering ist. Ein limitiertes Angebot führt notwendigerweise zu rapiden Preissprüngen. Das ist auch nicht neu, sondern weit bekannt seit dem Ölschock 1974. Und es spielt überhaupt keine Rolle, ob das Öl / Gas / whatever ein knappes Angebot hat, oder die legal benötigten CO2 Zertifikate.
Wenn man also planbare Preissteigerungen möchte - was viel besser für Unternehmen, langfristige Umstellungen, und wirtschaftlich motivierte Anpassungen ist - dann ist eine planmäßig stetig steigende CO2 Steuer besser. (Außer für die fossile Industrie.)
Das ist leider das Problem aller dieser “Werkzeuge”: In dem Moment, wo sie anfangen zu wirken, wo das unerwünschte Verhalten dann deutlich teurer wird und anfängt weh zu tun, wo dann die erwünschten Alternativen preislich im Vorteil sind, da kommt dann die Politik an und hört auf die Lobby, so dass genau diese erwünschten und eingeplanten Schmerzpunkte abgeschafft werden.
Zumindest beim heißen ist das Problem das das “unerwünschte Verhalten” nun mal für 90% aller Mieter nicht optional ist sonder friss oder stirb.
Denn wenn du kein Geld fürs heißen in deiner Mietwohnungen hast dann kauf dir halt ein Haus mit Wärmepumpe ist nun mal anders als beim E-Auto völlig Realitätsfern.
Genau daher die Idee, die Vermieter mit einem Anteil an der Energiesteuer zu beteiligen, den sie nicht auf die Mieter abwälzen können, und der den Einbau einer modernen Heizung attraktiver macht.
Stand so im “Heizungsgesetz” bzw der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes der Ampel.
Ja dann wäre das auch Sinnvoll gewesen, aber nun gibt es das ja leider so nicht.
Dann stelle man sich mal vor was passiert, wenn die 10 % der handlungsfähigen Mieter sich auf einmal andere Wohnungen suchen und dann relativ zu teuren Kaltmieten nicht mehr bezahlen.
Weil der Wohnungsmarkt ja auch so entspannt ist und auf Mieterseite so viele Optionen hergibt.
Und selbst wenn die handlungsfähigen Mieter das können, je ärmer man ist desto härte wäre man davon getroffen und desto weniger Handlungsspielraum hat man dagegen. Juhu die Schere zwischen Arm und Reich ist doch noch viel zu klein /s.
Entweder jemand auf dem Markt hat ne Wahl oder nicht. Wenn die ausziehen werden Wohnungen frei. Wir können schmutziges heizen nicht teurer machen und es für 90% ohne Konsequenzen sein lassen. Das funktioniert nicht.
Deswegen war ja auch geplant das Geld als “Klimageld” wieder an alle auszuzahlen. Leider redet da nur keiner mehr drüber.
Das ist auch der große Nachteil eines so mächtigen aber simplen Werkzeugs wie der CO2–Bepreisung: Es ist ein einziges Werkzeug auf das anfänglich alle ihren Fokus setzen und sich Zeit kaufen (“CO2-Preis wird bald greifen, wir müssen nichts machen und nur warten”) und sobald es anfängt zu greifen muss man nur ein Gesetz rückabwickeln.
Warum nicht gleich bleiben lassen? Wir einigen uns einfach darauf keine Kinder mehr zu bekommen und genießen noch ein paar Jahrzehnte des Übermaßes bevor wir alle einfach gehen und den Planeten in Ruhe lassen…
Wie man den Leuten so erklären will, dass sie doch bitte langfristig denken sollen und Lösungen wie Wärmepumpen oder E-Autos ihnen langfristig Geld sparen weiß auch keiner. Am Ende bekommen die Diesel Dieter und Gas Gerds doch immer Recht, wenn ihre schlechten Entscheidungen keine Konsequenzen haben





