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Aus internen Daten der israelischen Armee geht hervor, dass Israel im Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen mehrheitlich Zivilisten tötet. Mehreren Dokumenten zufolge, die dem britischen “Guardian”, dem israelisch-palästinensischen Magazin “+972” und dem hebräischen Nachrichtenportal “Local Call” vorliegen, sind fünf von sechs (83 Prozent) der Getöteten Zivilisten, darunter häufig Frauen und Kinder. Nach offiziellen Zahlen der Armee liegt die Gesamtzahl der Todesopfer im Gaza-Krieg inzwischen bei rund 53.000 Palästinensern, von denen lediglich etwa 8.900 namentlich der Hamas zugerechnet werden.
Die Daten stammen aus dem Mai 2025, zu diesem Zeitpunkt dauerte der Krieg bereits seit 19 Monaten an. Angesichts der Häufigkeit ziviler Opfer gehört der Konflikt zu den blutigsten der vergangenen Jahrzehnte. Selbst in Kriegen, die für scheinbar willkürliche Gewalt bekannt sind – wie der syrische Bürgerkrieg oder der Krieg im Sudan – wurde kein so hoher Anteil von Zivilisten getötet.
Im Vergleich wiesen nur der Völkermord in Ruanda 1994, die russische Belagerung von Mariupol im Jahr 2022 sowie das Massaker von Srebrenica während des Bosnienkriegs eine noch höhere Quote ziviler Todesopfer auf, heißt es in der gemeinsamen Recherche der drei Medien. Der ungewöhnlich hohe Anteil an getöteten Zivilisten sei gerade angesichts der Dauer des Konflikts bemerkenswert, erklärt Therése Pettersson vom Uppsala Conflict Data Program, das weltweit zivile Opfer in Kriegen dokumentiert, gegenüber dem “Guardian”.
Viele Völkermordforscher, Menschenrechtsanwälte, NGOs und Akademiker – viele von ihnen mit israelischer Herkunft – kommen angesichts der Zahlen und der humanitären Lage vor Ort zu dem Schluss, dass Israel in Gaza einen Genozid begehe.
Das israelische Militär bestritt weder die Existenz der Datenbank noch die Daten zu den Todesfällen im Gazastreifen, als es von “Local Call” und “+972 Magazine” um einen Kommentar gebeten wurde.
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